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Flucht ins Hotelzimmer
13.01.2003 02:34
G. HUNRUS
G. Hunrus

Flucht ins Hotelzimmer

Es gibt immer mehrere Blickwinkel auf ein und das selbe Problem. Es gibt immer mehrere Lösungsansätze. Aber es gibt eben auch immer Probleme.
Wenn man flüchten will, kompromisslos und nur weg, ist doch die dümmste Frage, die man sich stellt:“ Wohin?“. Denn der, der wirklich flüchten will, dem ist es scheißegal, wohin er abhaut, nur weg von dort, wo er ist, das ist wichtig. Hört doch endlich auf mit dieser ewigen Kompromissscheiße, die ihr tägliches Leben nennt. Wenn ihr, und ich nehme mich hier nicht aus, ein wirklich freies Leben leben wolltet, hättet ihr gar keine Möglichkeit diesen Text zu lesen. Ihr armseligen Abhängigen des Systems. Wir sind nicht frei. Wir werden nie frei sein. Wir werden die Fesseln, das Netz und sei es das soziale nur dehnen können. Eine Blase, abgeschottet von den Widrigkeiten des Alltags, ein Ort tief in uns drinnen, das was uns Mensch sein lässt, das was uns leben lässt. Wir brauchen diesen Ort, dieses Paradies, diesen Garten Eden, Nirvana (at least). Wir finden diese Orte, wo wir sie suchen. In Drogen, Filmen, Computerspielen, im Sport, kreativen Wichsereien oder Beziehungen. Das letzte streichen wir wohl besser. Findet man Freiheit in Beziehungen? Eine Gemeinschaft, und sei sie noch so locker, klein oder offen verlangt immer einen Kompromiss. Immer. Nur manchmal gehen wir diesen ein um etwas höheres zu finden als Freiheit, eine andere Art der Erfüllung. Der goldene Käfig, wohl kaum. Aber ein goldenes Hotelzimmer.
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malandro | 13.01.2003 13:26Antworten
was sagen sie dazu: beziehung als flucht aus dem kerker der einsamkeit? also doch als befreiung....
 georg | 13.01.2003 15:44Antworten
einsamkeit ist ja nicht freiheit. es ist ja meist nicht selbstgewählt. genauso wenig ist eine beziehung gefangenschaft. ich versuchte etwas anderes zu sagen. aufzustehen und zu wissen man kann gehen wohin man will ohne rücksicht auf irgendwen nehmen zu müssen (gewollt oder ungewollt) aber das mag ich nicht hier hin schreiben obwohl ich mir die unterhaltung mit einem frisch verliebten einen reiz bietet. wir sollten das als podiumsdiskussion bei einer flasche portwein (hoho) am tage der jännerpräsentation von david vorführen - und mein bruder kann dazu die beine spreizen.... gruss georg
  malandro | 13.01.2003 17:06Antworten
hier ist niemand verliebt. glaub ich.


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