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Langsam ist`s Zeit zum auferstehen
08.04.2003 19:30
G. HUNRUS
G. Hunrus

Langsam ist`s Zeit zum auferstehen

Willenlos zu sein hat aber auch Vorteile - Ich bin unschuldig - Ja! Das ist es was ich will, das Waschbecken Pontius Pilatus’!
Und vergesst die Kernseife nicht!
Das Leben fordert seine Opfer!
Nein, ich bin halb so zynisch wie man denken könnte! Ich beziehe mich auch nicht auf den Irakkrieg oder das letzte Massaker in Afrika – das war nicht das Leben, das waren wir, die Menschen. Da sind schlimme Dinge im Gange, keine Frage und dagegen kommen wir uns nur allzu oft machtlos vor. Ohnmächtig.
Nein, das Leben ist jenes, nicht welches hier abgeht, auch ist es nicht der Trieb zu leben, der Menschen zu solchen Taten antreibt. Ich höre gerade Dire Straits – Brothers in Arms. Kitsch, mag schon sein aber Kitsch mit Botschaft. Wir wissen es doch alle besser. Wir wissen, Krieg ist ein unnützes Mittel. Wir wissen, Mord ist nie eine gute Lösung und wir wissen alle, dass Leben geachtet werden muss. Wir sind alle klug und wir haben alle eine Moral. Nicht jene Moral, dass keine Nippel im Vorabendprogramm gezeigt werden dürfen aber zerfetzte Leichenteile sehr wohl. Alf Poier sagte das mal und ich bin kein Fan von ihm, ich kenne nicht mal seine Kabarett Show, aber was er da gesagt hat, hat Hand und Fuß. Wo die Kinder herkommen, und was davor so abgeht, darum wird ein lächerliches Theater abgezogen – „Ficken!“ Uhh! Ausrufe der Empörung und wissendes Raunen gehen durch den Saal. Aber wie man stirbt, das weiß jedes Kind. Komisch, aber ich glaube es fällt vielen Eltern leichter einem Kind zu erklären wie gestorben wird, als wie geboren wird. Es gibt ja auch tausende verschiedene Möglichkeiten. Weil der Tod einfallsreicher ist? Verdrehte, zynische Welt, nicht?
Wo führt das hin? Ich meine nicht diesen humanistisch verklärten Ausbruch von mir, sondern den Weg den wir gehen werden. Ist das wirklich Sache von ein paar alten Herren in seltsamen Ämtern oder Clubs? Können wir nichts tun, als hinnehmen und froh sein, „Dass es uns besser geht als anderen“ und 10 Euro an Karl Heinz Böhm schicken? Nichts gegen ihn - seine Filme sind abartig aber er selbst ist sicher ein echter Mensch, ein aufrechter Mensch - auf jeden Fall. Wo sind aber wir, die breite Masse? Die, die ewig da sein werden.
Was ist für uns drin? Sollen wir unsere Arbeit oder unser Studium aufgeben? Uns ein Schlauchboot kaufen und Wale retten? Oder sollen wir unser Ding durchziehen, aussteigen und die Welt sich selbst überlassen? Können wir etwas erreichen, wenn wir in den Mühlen des Systems (welch furchtbar strapazierter Ausdruck – System – pah!) verharren, uns einschleichen und es von innen umkrempeln? Brauchen wir einen Personal Jesus, einen Propheten, einen Nero? Wer rettet uns? Das kann man doch nicht uns überlassen, vor allem nicht einem der mit 23 noch nicht in der Bundesliga gekickt oder ein Formel Eins Boliden gefahren hat – mit 23 gehört man wohl schon zum alten Eisen.
Das Leben ist vorbei, warten wir auf die Auferstehung!
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david | 09.04.2003 11:45Antworten
Zum Thema eigene Ohnmacht fällt mir immer der Spruch von Attac ein: "Global denken, lokal handeln." Ich und du und er und sie, wir können die Welt wirklich nicht verbessern, aber in der eigenen Umgebung kann man glaub ich schon was verändern. Toller Text.
 brny | 09.04.2003 12:09Antworten
verändere die welt, sonst verändert sie dich. nicht ohne betroffenheit zu rezipieren, der satz... ;-)
Marion | 11.04.2003 00:55Antworten
hmmm, ist alles ganz interessant, auch von der anderen seite der welt aus betrachtet...
Marion | 11.04.2003 00:58Antworten
ich hab mir grad ueberlegt, dass man vielleicht einen Mittelweg finden muss?
fenkl | 01.05.2003 16:39Antworten
...trotz allem, finde ich gut, dass wir das nippeljahr ausgesprochen haben,...wenigstes wir


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