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I`ve got the Power!
12.05.2003 22:10
G. HUNRUS
G. Hunrus

I`ve got the Power!

Ich will einen Sarg mit Internetzugang! Oder zumindest ein eingebautes Telefon.
Eines haben wir doch alle gemeinsam, egal in welcher Epoche des menschlichen Seins wir gelebt haben. Immer betrachtete sich der Mensch als die Krönung der Welt, der Schöpfung schlechthin. Wir, die Götter der neuen Welt, die Platzhalter Gottes. Warum sollten wir uns nicht auch entsprechend benehmen? Bringt Zobel und purpurne Gewänder! Kleidet euch edel und lasst euch unterhalten! Es lebe die Gerechtigkeit! Es lebe das Leben! Wo sollten wir schon hin wollen? Was sollten wir noch finden? Die Welt steht still und alles wird still geschwiegen während es uns die Wahrheit ins Gesicht spuckt. Aber sie zählt sowieso nichts mehr. Der Stille mit aller Macht entgegen, seit 1999 sind wir stehen geblieben, seht euch doch nur die neuesten Turnschuhe an! Nike macht seit vier Jahren den selben Old School Sneaker. In Hollywood ein Remake nach dem anderen. Wir lassen eine Retrowelle nach der anderen über uns zusammenbrechen. Es gibt keine neue Musikrichtung (Nu Metal??? – ich verleugne es!) Und in der Weltpolitik – nein, es ist wirklich nicht der Rede wert...
Alles schreit nach einem Umbruch und wir sind dem nicht gewachsen. Ich ja auch nicht, sonst würde ich hier nicht schreiben, sondern umbrechen. So richtig ordentlich und mit aller Energie, mit aller Kraft, die sich nur in Verwirrung offenbart. Ich sehe die Gestalt vor mir, ich weiß was falsch ist und was falscher, doch wer weiß wie sie gekleidet ist! Weshalb ist es wichtig? Wer traut sich zu entscheiden? Hinter dem Berg der Sturz in den Abgrund oder der Flug himmelwärts. Und wo ist der Unterschied? Bei der Quote?
Vergib mir Gott, denn ich habe gesündigt, ich habe gelogen, ich habe gehurt, ich habe geklaut, doch ich lebte nur dieses eine Mal und ich wollte ein ordentlicher Mensch sein, ein richtig guter Mensch – einer wie alle anderen. Wer zeigte mir den Weg? Ich werde keinen denunzieren. War es dein Sohn? War es der Teufel oder doch nur mein Unterbewusstsein? War es mein Unterbewusstsein oder ein imaginärer Freund, der mir gerne beim frühstücken zuschaut?
„Das Auge des Sturms brauste über ihn hinweg, er spürte, dass er am Leben war während der Wind mit aller Kraft an seinen Kleidern riss, an ihm zerrte und ihn laut lachen ließ. Er schrie laut in die Nacht hinaus, schrie als wäre es der erste Schrei, den ein Mensch je von sich gegeben hat, laut klar mit einer Energie, die stärker war als der Orkan über ihm. Er hielt sich in den Tauen, Salzwasser überall, der Geschmack des Meeres im Mund, das Brennen in den Augen, es zeigte ihm was er war. So klein im mächtigen Ozean und doch alles was ihn interessierte.“ Ist das nicht das, was uns Mensch sein lässt? Unser Glauben an unsere Stärke, an unser Dasein. Wo ist dieser Glaube in mir? Wo ist das Leben?
Der Sarg ist offen und wir haben uns schon bis unter die Oberfläche hochgebuddelt, wir liegen nur noch knappe zehn Zentimeter unter der verkrusteten Erde. Es braucht nur noch einen kleinen Ruck um unsere Hand durch die trockene Oberfläche zu rammen, einen kleinen Ruck und wir wären frei.

„I`ve got the Power!“ c. SNAP
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andreas | 13.05.2003 11:15Antworten
mit vergangenem zu spielen scheint den menschen eine gewisse befriedigung zu geben. da war halt alles noch sicher. das ist wichtig in einer zeit, in der luftraum und pensionen nicht gesichert sind. schön haben es die usa-ler, die haben wenigstens einen sicheren luftraum.
david | 18.05.2003 10:09Antworten
punkt ohne worte...


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