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IM FARBENMEER (I)
14.06.2003, 22:59
OTTAGRINGO
 Ottagringo

IM FARBENMEER (I)

Es sind die Farben, die mich bewegen, sagte der Maler. Sie sehen sie, die Farben, ihr Auge mag ein farbgeschultes sein, weshalb sie glauben, dass sie wirklich alles unterscheiden können. Sie können es nicht, weil sie nichts wissen. Sie haben nicht die geringste Ahnung wovon sie sprechen. Das Farbenmeer wird ihnen immer ein verborgenes sein. Nicht einmal ertrinken könnten sie in dieser Wohlwonne. Sie sehen und das alleine gibt ihnen die Entschlusskraft, so der Maler, sich ein vollständiges Urteil über die Farbenlehre zu machen, völlig falsch. Es war und wird immer von Unfühlenden ein Gipfel der Unerreichbarkeit bleiben.Sie wissen alle nichts, so sehr sie sich auch bemühen. Ich alleine weiß, wovon ich zu reden habe, ich, nur ich spüre sie tief im Inneren brennen, die Rottöne, das zerfleischende Grelle, ein gottlos-göttliches Schwarz und all die anderen Zustände der Eigenverantwortlichkeit. Sie stecken in mir und jeden Strich den ich setzen muss, ist wie der Verlust eines nimmerwiederkehrenden Freundes! Es gleicht alles der Zerfallsbotanik unter Hochhausbauten, die im Firmament nach Mütterlichkeit suchen. Es sind die neuen Kräfte, die den alten Körper treiben, sagte der Maler leise. Haben Sie eine Ahnung welche Explosionen das bloße Zulassen eines Machtkampfes zweier Farben, womöglich der beiden tödlichen Kontrahenten Orange und Grün bewirken könnte? Und das in der Brust einer durch und durch sterblichen Substanz? Sie wissen nichts, nur das Reden ist immer auf ihrer Seite. Die, welche Schmerzen leiden müssen, sind immer nur die von euch Belächelten, die von euch Verhöhnten. Sie stecken ihren ordinären Zeigefinger an die Leinwände meiner Tage und sie suchen nach Zeichen, nach Mustern und Ornamenten, nach weiß der Himmel was und in eingerkerten Schädelmassen entstehen Bilder, immer nur Unbilder, die sie mit Namen ihrer Enghirnigkeit taufen. Man muss die Gewalten fühlen, mehr noch, man muss sie zulassen, man muss ihnen Wachstum zugestehen, man muss sie aber auch im Zaume halten. Sie sind wie der Teufel, sie sind zweifellos Ausgeburten Luzifers. Und der, der sie in seiner Brust tragen muss, ist ein Gebranntmarkter, kein Gottbegnadeter, wie ihr alle meint, nein, er ist nicht von eurer Welt. Sie nennen ihn störrisch, wenn er sagt, dass er nicht will, so wie sie wollen, dass er sein soll. Er ist zerrissen und so war das schon in Kindertagen. Sie merken es, sie quälen solch eine Kreatur, indem sie diese Kreatur tausender Prüfungen unterziehen, es sind die höllischsten Torturen für die Kinder der Einsamkeit, sagte der Maler. Du bist wie ein Hund, der einem anderen Hund aufs Haar gleicht, der jedoch den Geruch einer Katze verströmt. Sie wissen vorerst nicht, wofür sie dich halten müssen, später verachten sie dich mit einem Hauch göttlicher Bewunderung........... ......noch nicht zu Ende....!
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