An dieser Stelle finden Sie die Beiträge der letzten 180 Tage Gesamtpunkten gereiht.

An dieser Stelle finden Sie die Beiträge der letzten 180 Tage nach Durchschnitt gereiht.
PDF Version
TXT Version
VON UNTEN HINAUF - VON OBEN HERAB (1)
21.02.2004, 13:05
OTTAGRINGO
 Ottagringo

VON UNTEN HINAUF - VON OBEN HERAB (1)

...Gedeihendes soll man verehren? Ja warum denn, hat man denn die Zeiten der unerträglichen Langeweile schon komplett zur Seite gerückt? Ich kann nichts mehr sehen, heute nicht und morgen nicht. Gestern konnte ich es noch, vielleicht! Nein, wahrscheinlich! Diese ungeheuerliche Bewegungslosigkeit hat mich vollkommen gepackt, eine generelle Paralyse von oben bis ganz unten, seltsam! Nur sehen kann ich noch, aber doch nicht mehr, als diese fetten, vulgären, an der Innenseite verpickelten Frauenschenkel. Wie ich sie hasse! Ihren abgestandenen Nylonstrumpfhosengestank vorallem und die Laufmaschen in der Höhe der Schamgegend, die nur von ihrem ständigen Kratzen zeugen. Nur sie sehe ich, diese mächtigen Weibsschenkel, getragen von furchtbar geschmacklosen, abgetretenen Plastik-Stöckelschuhen. Sind es die Beine meiner Frau, meiner Mutter, oder hat um Himmelswillen gar einer meiner Töchter diesen ordinären Unterleib entwickelt? Jetzt, da, da! Sie kratzt sich wieder an der selben Stelle, immer zwischen den Beinen. Die Fingernägel scharren in einem Ton, der mir eine Gänsehaut beschert. Und immer lacht sie laut auf, wenn sie das tut. Ich höre ihre Stimme, sie sitzt mit andere Leuten an dem Tisch. Ich sehe sie aber nicht. Meine Starrheit beschränkt das Gesichtsfeld auf das Minimalste. Nur diese fetten Schenkel kann ich andauernd, pausenlos sehen. Und das muss nun seit Jahren so sein, ohne Pause, ununterbrochen. Wenn sie schläft, schlafe ich, wenn sie dasitzt, sehe ich ihr auf die Schenkel, hier in meinem Mistkübelgefängnis. Bis zum Nabel stehe ich in brauner, stinkender Flüssigkeit, den Boden aber kann ich ausnehmen, den Boden schon, aber das ist nicht gut. Es ist ein ekelhaftes Bild, das ich da als einzige wirkliche Ablenkung zu diesen unappetitlichen Schenkeln habe........ Sie müssen meiner Mutter gehören, doch diese ist längst tot und meines Wissens wurde sie zur Gänze, also ungeteilt bestattet und meine Frau kann es auch unmöglich sein, ich hab ja nie geheiratet und die Töchter, die ich nie zeugte, die wurden alle als Nixen geboren............
Bewertung
Dieser Eintrag hat im Voting unter den Abonnenten bereits 2 Punkte erreicht! Sie müssen angemeldet sein, um für einen Beitrag voten zu können!
 
[kommentar abgeben]
 


(c) www.mediativ.com, 2002-2004