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VON UNTEN HINAUF - VON OBEN HERAB (2)
21.02.2004, 17:40
OTTAGRINGO
 Ottagringo

VON UNTEN HINAUF - VON OBEN HERAB (2)

.....in meiner braunen Suppe schwimmt dicht neben mir diese aufgeweichte Zigarette mit Lippenstift, sie hat das gemacht und auch das benützte Ohrenstäbchen, da, links von mir, muss von ihr sein, und die alte Bananenschale ist auch von ihr, sie hat alles achtlos in meinen Garten der Verstörung geworfen. Und dabei müsste sie wissen, wie sehr mir seit jeher vor gebrauchten Ohrenstäbchen geekelt hat. Sie ist meine Mutter, oder meine Frau, denn keine meiner Töchter mochte Bananen, aber meine Mutter aß sie für ihr Leben gern, meine Frau, die rauchte dafür. Vielleicht sind sie es aber alle zusammen. Da sitzen sie vielleicht und feiern die Tatsache, dass sie mich losgeworden sind. Sie feiern, doch sie wissen nichts von meiner Bewegungslosigkeit. Sie sind den Huren nicht ebenbürtig. Da sie kratzt sich wieder an besagter Stelle, sie drückt an ihren eitrigen Pickeln herum, sie tut das durch die Strumpfhose, man stelle sich das vor. Sie drückt ihre Pickel durch die Nylonstrumpfhose!! Die Bananenschale verströmt üblen Geruch, es ist heiß, Obstfliegen fressen den schwülen Fruchtkadaver, es ist zum Kotzen! Warum sehe ich nicht mehr von alldem, diese hoffnungslose Bewegungslosigkeit. Die Zigarette hat Lippenstiftschmierer auf dem Filter. Grauenhaft! Vulgäre Sau! Wann wechselt man mein Fußbad? Alles ist schmierig, pestig, verwesend. Nur dieses verdammte Wattestäbchen verwest nicht. Es schwimmt fahl vor mir und nur wenn einer ihrer mächtigen Schenkel gegen mein Mistkübelhaus tritt, was dann und wann, nach einem säuischen Lustjauchzer passieren kann, dann treibt es wie ein verlorenes Paddel durch das bräunliche Wasser. Ein Ende ist mehr, das andere etwas weniger mit Ohrensekret bedeckt. Ich bin es gewöhnt, ich bin ja schon ewig hier unten, vielleicht war ich schon immer hier unten, niemand wird das je wissen. Wo ist der Ausgang? Da, da, schon wieder schabt sie an ihren fleckigen Schenkelinnenseiten. Da, jetzt lacht sie wieder so säuisch und...und...auf das hab ich schon lange gewartet. Umgetreten, mein Haus, und diese Bewegungslosigkeit ist schuld, dass ich jetzt mit dem Gesicht in diesem faden Bananenschalenmatsch stecken muss. Das sieht ihr ähnlich, ganz typisch für sie. Sie lässt mich sicher stundenlang in dieser aussichtslosen Position liegen. Sie ist faul, zu faul, sich zu bewegen, diese Fresssau. Ich brauche sie jedoch, ich brauche sie, ich brauche sie, weshalb ich sie liebe, vielleicht....
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