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Aus meinem Herz
16.10.2005 10:39
OLAF ZU STEG-FLAGGENHALT
Olaf zu Steg-Flaggenhalt

Aus meinem Herz

Kriegsgedicht in fünf Versen

Die Zeit läuft weit, gleich auf der Flucht,
hat die Gefahr erkannt,
ihr Kind, Erinnerung, geschützt
ganz fest in ihrer Hand.

Und die Vernunft, kniet knöcheltief,
im Meer aus Angst und Schuld,
und sinkt, im letzten Atemzug,
still weinend unter Null.

Den Mut erhängt, der Geifer rinnt
wie zum Beweis, am Strick,
der Wind, der durch die Äste fegt,
bricht leise das Genick.

Der Stolz liegt brach, das weite Feld,
wo er zuvor noch stand,
der Himmel schwarz, der Abend bricht,
es war der letzte Kampf.

Die Liebe, steht, die Nase hoch,
und noch gezückten Schwerts,
und in der anderen Hand tropft langsam,
Blut aus meinem Herz.

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david | 28.10.2005 09:35Antworten
Sehr schönes Gedicht, auch handwerklich beeindruckend. Besonders gefällt mir der vierte Vers, mit dem Stolz als weitem Feld das nun brach liegt, ein sehr schönes Bild.
Dass sich die Liebe im fünften Vers noch hinein schmuggelt, kommt überraschend, der Vers selber ist wunderschön, aber im Verhältnis zu den ersten viern eckt es inhaltlich bei mir irgendwie.
Wolfgang Obermayr | 03.11.2005 17:46Antworten
Ich hab mit dem letzten Vers kein Problem, die Liebe hält halt sein blutendes Herz in der Hand. Aber mein Favourit ist der dritte. Sehr bildhaft das Ganze und sehr schön.


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